Holzschnitt;
Aus: Genius. Zeitschrift für werdende und alte Kunst, Bd. 1, Nr. 1;
Blattgröße: 35,3 x 25,2 / Motivgröße: 17,4 x 23,9 cm;
Verso gedruckt: Karl Schmidt-Rottluff / Kopf. Original Holzschnitt 1915.
Hans Mardersteig und Carl Georg Heise, Freunde an der Universität Kiel, konzipierten Genius als Zeitschrift, die neben kunsthistorischen Analysen etablierter Werke auch kritische Reaktionen auf zeitgenössische Kunst bieten sollte. Die beiden stellten ihre Idee dem Literaturverleger Kurt Wolff vor. Trotz seiner Vorbehalte gegenüber dem Expressionismus begann Wolff 1919 mit der Herausgabe von Genius , unter der Bedingung, dass die Zeitschrift auch eine literarische Rubrik enthielt.
Indem Genius Beispiele kanonischer Kunstwerke neben Essays über zeitgenössische Künstler präsentierte, erwies sich das Magazin als umsichtiger Förderer guten Geschmacks und schlug die entscheidende Brücke zwischen der Kunst der Vergangenheit und der Kunst der Zukunft. Heise formulierte es so: „Der revolutionäre Geist darf sich nicht mit blinder Hingabe an alles Neue zufriedengeben. Seine hohe Verantwortung besteht zwar darin, diese aufkeimenden Ideen zur Vollendung zu bringen, gleichzeitig muss er das Neue aber durch Selbstreflexion und kritische Rückschau vor Überheblichkeit und leeren Fortschritten schützen.“
(Quelle: moma.org)
Lichtschaden, kleine braune stelle an der linken unteren Blattkante